Are you worth fighting for?
Balley

 

Er beobachtete sie schon sehr lange. Verborgen in der Dunkelheit der Schatten stand er nun schon so lange Zeit da, er konnte die Minuten, die verstrichen nicht mehr zählen. Sie tanzte. Ihre Haut war schweißbedeckt, ihre Muskeln zitterten bei jeder Anspannung, und dennoch machte sie Pirouette um Pirouette, verkraftete Sturz um Sturz. Ihr Gesicht war von der starren Maske eines Lächelns bedeckt, doch ihre Augen funkelten. In dem zarten Kobaltblau schimmerte die Liebe und die Leidenschaft. Ihre Augen lachten und weinten zugleich. Sie taten all das, was ihr Mund nicht durfte.  Sie hob ihr Bein zu einem perfekten Sprung. Sie landete eben so vollkommen, wie sie sich in die Luft katapultiert hatte. Ihre Bewegungen waren sanft, und doch so hart wie Stein.  Ein weiteres Mal sprang sie, kam auf, drehte eine Pirouette, sprang und tanzte über die im Schatten liegende Bühne. Einziges Licht, das den Raum erleuchtete war eine kleine Öllampe, in einer Ecke der Manage. Ihre blasse Haut glitzerte. Sie glitzerte so verführerisch. Langsam atmete er aus. Sie bemerkte ihn nicht. Zu vertieft war sie in ihre Leidenschaft. Er konnte ihre Schmerzen fühlen. Fühlte den Drang ihres Körpers, der zusammenbrechen wollte, fühlte die stärke ihres Willens, der um keinen Preis der Welt aufhören wollte zu tanzen. Ihr Tutu war von blassem braun,  mit etlichen Stickereien verziert und sehr, sehr alt. Ihre blassblonden Haare waren zu einem Knoten aufgetürmt, ihre Schuhe abgetanzt und zerschlissen. Ihr Körper war zerstört – und dennoch roch sie wie eine zarte Rosenblüte, er konnte sie riechen, und sah aus, wie eine Nymphe. Er blickte in ihre Seele. Leid und Schmerz hatten sie taub gemacht. Sie war unfähig, die rufe derer zu hören, die sie liebten. Sie hörte nur noch den Tanz. Wie das klingen einer leisen Spieluhr, die man immer wieder aufzog lebte er in ihrem Geist, hielt ihn am Leben, und gleichzeitig zerstörte er sie. Er musste schmunzeln. Dieses Mädchen hatte so viel in sich. Sie tanzte abermals. Hob den Fuß der Decke entgegen, und sprang. Nur den Bruchteil einer Sekunden blickte sie zu Boden. Sie strauchelte, setzte ihre Fußspitze auf dem Boden auf, und fiel zu Boden. Plötzlich war es ganz still. Man konnte einzig ihr Atmen hören. Sie lächelte immer noch, wie eine Puppe, der man Freude ins Gesicht gepinselt hatte. Ihre Augen zersprangen beinahe vor Schmerz. So muss es sich anfühlen, von dem betrogen zu werden, den man am meisten liebt. Dachte er bei sich. Eine Träne kullerte über ihre perfekt gepuderte Wange und hinterließ eine Schmale Spur. Das Lächeln klebte noch immer auf ihrem Gesicht. Sie stand auf, humpelte nicht. Kein Seufzer ertönte.  Sie stellte sich wieder auf die Zehenspitzen und sprang noch einmal. Ihre Sinne tobten wegen der Last, die ihr verknöchelter Fuß zu tragen hatte, ihre Seele jedoch lächelte wieder. Sie war zurück auf der Tanzfläche. Alles was sie liebte lag hier. Alles andere interessierte sie nicht. Alles was sie brauchte war hier. Hier war ihr Heute, hier war ihr Morgen. Hier war alles was sie hatte. Hier lag ihr Herz.

24.7.10 20:54
 
Letzte Einträge: It has still changed


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



» Design » Picture

Gratis bloggen bei
myblog.de